Der Grüne Stadtrat und die Fahrradbügel

Ein Gastbeitrag von Albrecht Förschler


Wie allen interessierten Zeitgenossen bekannt, hat die rot-rot-grüne Koalition vor fünf Jahren einen Radfahrförderplan in ihr Koalitionspapier geschrieben. Bis auf verkehrsverhindernde Pop-up-Radstreifen ist aber nicht viel mehr passiert. Was gegen Ende der Legislatur aber einfacher umgesetzt werden kann, ist das Soll von zehntausenden Radparkbügeln, von denen der Grünen-Baustadtrat Schruoffeneger in Charlottenburg-Wilmersdorf allein 3000 abarbeiten muss.

Die Westender waren bass erstaunt, als auf den westlichen Bürgersteigecken von Oldenburg- und Bayernallee plötzlich 16(!) Bügel in das Pflaster eingelassen waren. Die vier Anrainer sind das Nonnenkloster St. Gabriel (strenge Klausur), dass noch dieses Jahr geschlossen wird, ein Jugendfreizeitheim mit viel Freifläche und eigenen Stellplätzen, eine Seniorenresidenz mit mehreren Carports und eine Privatvilla mit Doppelgarage. In unserer Bezirksverordnetenversammlung von der CDU-Fraktion befragt, was die Verschwendung solle, erklärte Schruoffeneger die Bügel dienten den Einkäufern auf dem Preußenmarkt. Auf die Nachfrage, ob die Radfahrer wohl 200 Meter hin und zurück laufen wollten, zeigte sich der Grünen-Stadtrat geografisch desorientiert. Die zweite Nachfrage ergab, dass jeder der Bügel für Beschaffung und Verankerung 300 Euro gekostet hat. Alle 14 Tage erblickt der eifrige Marktbesucher ein (!) angekettetes Rad. Da kann man nur von Glück sagen, dass die Kinder aus den umliegenden drei Kitas die Bügel eifrig zum "Schweinebammel" nutzen.