Irischer Whiskey: Angels' Share - Schluck der Engel

Sternwarte im Schloßpark Birr
Sternwarte im Schloßpark Birr

„Wir hatten untypisch gutes Wetter,“ so leitete Andreas Statzkowski seinen Vortrag über West-Irland im Bürgerbüro ein, „fast immer so um die 23 Grad.“ Wer also in die Republik Irland fährt muss meist mit kühleren Temperaturen rechnen. „Und er muss Klöster mögen, denn selbst ein kleines Dorf hat mindestens eins“, fasste der Westender Abgeordnete die charakteristischen Merkmale West-Irlands zusammen. Natürlich findet jeder Reisende auch faszinierende Landschaften, Schafzucht, Hafenstädte, nette Restaurants, Guinness-Bier und besten Whiskey bei irischer Musik.

 

Und wer irischen Whiskey kauft, der kauft Whiskey, der sich am Ende mit „ey“ schreibt. Dem Whisky aus Schottland und den USA fehlt des „e“. Der Unterschied liegt aber nicht nur in der Schreibweise, sondern auch in mehr Destillationsverfahren. „Angeblich sei er daher besser“ erläuterte Andreas Statzkowski, „aber das sagt man wohl auch je nach Gusto.“ Jedenfalls ist irischer Whiskey mindestens 10 Jahre alt. Und da der Whiskey in dieser Zeit durch die gebrauchten Fässer transpiriert, verliert der Whiskey im Fass in dieser Zeit an Volumen. Das stört die Iren und auch die Schotten natürlich nicht. Sie nennen diesen charakteristischen und natürlichen Vorgang „Angels‘ Share“ – Schluck der Engel. Der Besuch einer Destillerie lohnt sich, Führungen mit Verkostung sind buchbar.

Wunderbare Steinmetzarbeiten

Wer nach West-Irland reist, sollte sich Zeit nehmen, denn das Land der Klöster hat davon viele zu bieten. Ganz besonders empfiehlt Andreas Statzkowski das Kloster von Clonmacnoise, das direkt am Ufer des breitesten Flusses Irlands – dem Shannon – liegt. Im Mittelalter war es Herzstück des geistlichen, geistigen und wirtschaftlichen Mittelpunktes Irlands. Heute gibt es nur noch Reste der Kirche zu sehen. Allerdings kann man hier noch zwei Rundtürme besichtigen, die eine Mischung aus Wachturm und Kirchturm waren. Der Hauptzugang war oben, nicht ebenerdig. So war man vor Feinden frühzeitig gewarnt. Zudem gibt es hier noch Hochkreuze zu besichtigen. „Dies sind wunderbare Arbeiten der damaligen Steinmetze, auch wenn die Originale im Museum stehen und draußen nur Kopien zu bewundern sind. Kraft und Geschick war nötig, um diese Kunstwerke zu schaffen,“ so die begeisternden Erläuterungen von Andreas Statzkowski. 

Aber auch für Wanderer gibt es atemberaubendes. Südlich von Galway (Westküste) kommt man nach Doolin und von dort zu den Cliffs of Moher – den atemberaubenden Steilklippen, die teilweise über 200 Meter hoch sind.  Hier lohnt es sich, sie sowohl von oben, vom Besucherzentrum aus, anzusehen, aber auch vom Wasser aus – per Schiff.

Einzigartig auch die Karstlandschaft des Burren. Es handelt sich um en Kalksteingebiet. Statt des üblichen Grüns gibt es hier Steine. Und ein weltbekanntes Grab aus der Steinzeit– das Megalithgrab, das mehr als 6000 Jahre alt ist. Bei Ausgrabungen wurden Überreste von Kindern und Erwachsenen entdeckt. 

Hunde- statt Schafzucht

Zu den schönsten Gegenden zählt für Andreas Statzkowski Connemara mit der Hauptstadt Clifdon. Nicht nur, weil Connemara landschaftlich Besonderes hat - kleine Seen, wunderbare Wanderwege durch Heide und schroffem Gelände. Hier gibt es noch Torfgebiete und man kann ein Torfstechgebiet beantragen. Im Sommer, wenn es feucht ist, wird Torf gestochen und anschließend getrocknet, im Winter wird mit Torf geheizt.

Und hier gibt es auch Schafzucht.  Allerdings können die Menschen von der Schafszucht nicht leben. Nur etwa 2000 Euro pro Jahr verdient ein Schafzüchter. Aus der Europäischen Union gibt es Unterstützung, damit die Schafzucht überhaupt hier erhalten bleibt. Deshalb bieten Schafzüchter Schafshunde-Vorführungen an. „Es ist schon interessant, was die Hunde alles können“, war Andreas Statzkowski beeindruckt, „und mit der Zucht dieser Hunde, die sie auch ausbilden, verdienen die Menschen hier ihren eigentlichen Lebensunterhalt.“

Der Autogramm-Baum

Nah der Stadt Gore befindet sich in der Grafschaft der Coole Park. Herausragend ist hier ein einziger Baum „der Autograph-Tree“ - der Autogramm-Baum. In einen riesigen Baum sind zahlreiche Autogramme geritzt. Aber nicht von Besuchern. Lady Gregory war es, die den Park gründetet und die Idee zu diesem Baum hatte – allerdings durften nur irische Dichter Ihrer Zeit sich dort verewigen – so W. B. Yeates (1923 erhielt er als erste Ire den Literaturnobelpreis),  G. B. Shaw (erhielt 1925 den Nobelpreis für Literatur, 1939 den Oskar für das beste adaptierte Drehbuch),  S. O’Casey (irischer Dramatiker) und viele andere. Ansonsten hat der Park gut gekennzeichnete Wanderwege, ein nettes Tea-Haus und eine Ausstellung über Lady Gregory. 

Andreas Statzkowski empfiehlt als weitere Sehenswürdigkeit: Sky Road: Von Clifdon aus gut beschildert. Eine Strecke, wunderbare Landschaft, irre hoch, Meer und Himmel sichtbar.
Zudem in Birr einen Besuch des Schloßgartens.

 

 

 

 

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