Neustart in den Oberschulen - Berlin, armselig und überhaupt nicht sexy

„Besonders gründlich und in stark frequentierten Bereichen mehr als einmal täglich gereinigt werden“ sollen Türklinken, Treppen- und Handläufe, Lichtschalter und Tische, so schreibt das die Berliner Senatsverwaltung für Bildung auf Seite 3 in ihrem Musterhygieneplan vor. Aufgrund der 1,5 Meter-Abstandsregelung haben einige Schulen Schichtsysteme eingeführt mit einer Früh- und Spätschicht für den Unterricht. Während des Schichtwechsels soll dann die oben genannte Reinigung stattfinden.

Und wie sieht die Realität am 27. April 2020 in den Oberschulen in Charlottenburg-Wilmersdorf aus?

Simon Hertel, Mitglied des Schulausschusses, erklärt: „Unserer CDU-Fraktion ist bekannt, dass zumindest an zwei ISS im Bezirk der Unterricht für die Spätschicht nicht wirklich stattfinden konnte, weil der Bezirk die notwendige Reinigung nicht angeordnet hat.“

Als Ausrede für dieses Chaos meint das Bezirksamt, dass eine Reinigung mehrmals am Tag aus Kapazitätsgründen der Reinigungsfirmen nicht möglich wäre, und somit die Vorgaben des Senats überhaupt nicht einhaltbar seien.

Nochmals Simon Hertel: „Hier weiß die linke Hand nicht, was die rechte Hand tut. Wie kann man einen Hygieneplan verfassen, ohne die Umsetzbarkeit mit den Bezirken abzuklären? Jetzt beginnt sicherlich das übliche Schwarze-Peter-Spiel: Der Senat schiebt dieses Chaos auf die Bezirke und diese wiederum auf den Senat. Die Leittragenden sind am Ende wieder einmal alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort, sowie insbesondere die Schülerinnen und die Schüler.“

In einer ISS in Wilmersdorf soll inzwischen die Schulleitung selbst die Reinigung im wahrsten Sinne des Wortes in die Hand genommen haben.

Typisch Berlin, arm und wirklich nicht sexy!

Simon Hertel und Reinhold Hartmann
Mitglieder der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf

Die aktuelle Pressemitteilung finden Sie hier als PDF:
PM_CDU_Fraktion_CW_Neustart_Oberschulen_30042020.pdf

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