Cornwall

raue Küste, malerische Strände und subtropische Gärten

Anfang Oktober besuchte Andreas Statzkowski die südwestlichste Grafschaft der britischen Inseln – Cornwall. Los ging es von Schönefeld aus nach Bristol und im Anschluss noch eine kleine Fahrt über die Autobahn. Alternativ kann man auch die schönere wenngleich längere Strecke durch das benachbarte Devon nehmen, jedoch empfiehlt sich dies eher tagsüber, damit man von der Landschaft auch wirklich etwas mitbekommt.

Absolutes Highlight: die Gärten

Der erste Garten, welcher von Andreas besucht wurde, waren die „The Lost Gardens of Heligan“ ungefähr 20 Kilometer östlich von Truro. Was die Gärten vor Ort so einmalig macht ist unter anderem auch das Klima: aufgrund der milden Temperaturen gibt es keinen Frost, weshalb man in Heligan riese Farnbäume und eine beinahe verwunschene Landschaft bewundern kann. Während „The Lost Gardens of Heligan“ für einen gemütlichen Spaziergang in einer überschaubaren Anzahl von Besuchern gedacht sind, ist das „Eden Project Cornwall“ eher für die Massen ausgelegt. Der Entschleunigung tut dies jedoch keinen Abbruch – ganz im Gegenteil. Angelegt in einer ehemaligen Kaolingrube (oder auch Porzellanerde) besticht das Eden Project mit zwei riesigen Gewächshäusern, den aktuell größten der Welt, ungefähr vergleichbar mit dem Aufbau der Biosphäre in Potsdam. Die beiden Gewächshäuser beherbergen eine tropisch-feuchte und eine mediterrane mit über 100.000, zum Teil seltener und vom Aussterben bedrohter, Arten.

 

Auch abseits der Gärten hat Cornwall viel zu bieten

Berühmt-berüchtigt ist das Her Majesty's Prison Dartmoor. Es ist eines der ältesten Gefängnisse des Vereinigten Königreiches und befindet sich bei Princetown. Aufgrund der Lage diente es beispielsweise bereits Agatha Christie und Arthur Conan Doyle als Schauplatz in einigen ihrer Krimierzählungen, auch wenn dort heutzutage nur noch Kleinkriminelle ihre Strafe absitzen. Möchte man anstelle von Moor auch einen Blick in die Zivilisation Cornwalls werfen, empfiehlt sich ein Besuch in Truro, dem Verwaltungssitz der Grafschaft. Absolutes Highlight ist hier die Kathedrale von Truro, welche im 19. und 20. Jahrhundert im neogotischen Stil erbaut wurde. Rings um Truro herum findet man zudem viele ehemalige Zinnminen, deren Schächte zum Teil unter dem Meeresboden liegen, und heutzutage von interessierten Besuchern besichtigt werden können.

Ein Wanderweg und eine Gezeiteninsel

Mit dem South West Coast Pass befindet sich in der Region der mit stolzer 1000 Kilometer Länge längster Wanderweg Großbritanniens. Der Weg umrandet einmal den Süd-West Zipfel der Grafschaft und bietet unterwegs phänomenale Aussichten auf schier unendliche Weiten zur Linken und der rauen See zur Rechten. Die See überqueren muss man, wenn man die Gezeiteninsel St. Michael’s Mount aus der Nähe betrachten möchte. Die St. Michael’s Mount ist das britische Gegenstück zum französischen Mont-Saint-Michel vor der Felsenküste der Normandie. Vor über 1000 Jahren siedelte sich auf St. Michael ein Benediktiner Orden an, dessen Kloster und Kapelle noch heute auf der Insel stehen und besichtigt werden können. Heutzutage befindet sich St. Michael’s Mount allerdings im Besitz des National Trust, um die vorhandenen Sehenswürdigkeiten auch in Zukunft für die Öffentlichkeit begehbar zu machen.

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